Vorwort

Auf dieser Seite möchten unsere Hundeführer ein wenig über ihre Erlebnisse und Erfolge bei ihren Einsätzen berichten.

4. Quartal 2013

gezielte Berührungen
Letzte Woche waren wir wieder mit unseren Hunden im Altenheim. Es gab einen großen Stuhlkreis bei dem auch eine Bewohnerin anwesend war, die leise vor sich "hinbrabbelte", aber scheinbar ihre Umwelt ansonsten kaum noch wahr nahm. Als ich mit meinem Hund an ihren Rollstuhl kam, nahm ich vorsichtig ihre Hand und legte sie auf den Nacken meines Hundes. Ich fragte sie, ob sie spürt wie weich das Fell ist und sie sagte dann ständig "weich, weich, weich,...". Die Bewohnerin streichelte dann auch sehr gezielt meinen Hund.

Am Ende des Besuchs kam eine Betreuerin zu mir und meinte, daß schon seit 2 Jahren nicht mehr gesehen hat, das Frau X noch so gezielt reagiert ist.
Am Ende eines langen Lebens
Es ist soweit, es ist Donnerstag. Auf geht´s ins Altenheim, wo wir schon erwartet werden. Wir machten Etagenbesuche, nichts auffälliges eigentlich ein ganz normaler Tag. Plötzlich bleibt unser Begleiter stehen und öffnet eine Tür und sagt " Diese Frau liegt im sterben, magst Du sie trotzdem besuchen? Macht es dir was aus?" Noch bevor ich antworten konnte, hat meine Hündin das ganze für mich entschieden, sie meinte wir gehen und verschwand ruck zuck in diesem Zimmer. Mein Hund lief direkt vor das Bett und setzte sich brav vor das Bett und wartete bis der Begleiter das Gitter runter ließ. Als dieses unten war, sprang sie vorsichtig mit ihren Vorderpfoten auf die Bettkante. Die Dame bekam große Augen und plötzlich funkelten sie, die Dame lachte übers ganzen Gesicht und fing schließlich an vor Freude zu weinen. Sie konnte sich nicht mehr selbstständig richtig verständigen, aber sie zeigt und wie sehr sie sich freute und zeigte uns wie weich und samtig das Fell sei. Wieder jemanden den wir aus ganzen Herzen glücklich machten. Auch wenn das die Traurigen Momente sind, sind es genau diese Momente die diese Arbeit entlohnen. Menschen die man für einen Moment glücklich macht!

3. Quartal 2013

Ein Buch ist geschrieben
Es ist ein Tag wie jeder andere,die Bewohner haben viel Spaß mit meinem Mädchen.Sie kuschelt, schämt sich, gibt Pfote und rollt sich fröhlich über den Boden. Doch dann erreichen wir ein Zimmer, unser Alltagsbegleiter wird still und öffnet eine Türe. Meine Maus geht ins Zimmer, bleibt kurz stehen und schaut über eine Bettkante. Sie winselt leise. Unser Alltagsbegleiter sagt uns, das es der Dame nicht gut geht und das Sie uns nicht mehr wahr nimmt. Das Buch dieser Dame sei geschrieben..., diesen Satz oder das Sprüchlein kannte ich bis dahin nicht. Ich fragte ob meine Maus auf das Bett dürfe, damit sie den Hund spüren könne. Er meinte, sie würde es nicht mehr spüren und ich dürfte natürlich den Hund in Bett legen. Ganz ruhig machte ich etwas Platz im Bett und legte meine Hündin behutsam ins Bett. Was dann geschah lässt mir noch heute die Gänsehaut über meinen Rücken laufen und zurück an den Gedanken kommen mir oft die Tränen. Meine Maus schmiedete sich vorsichtig mit ihrem Körper an die Dame und bleib ganz ruhig liegen. Ich nahm den Arm der Dame hoch und legte ihre Hand auf den Körper meiner Maus. Die Dame lächelte und griff selbständig nach dem Hund und griff in das weiche Fell. Einen Moment der Ruhe und Zufriedenheit.

Kurze Zeit später erfuhr ich das, die Dame nur 5 Stunden nach unserem Besuch eingeschlafen sei. Wir waren die Letzten, die Sie besucht haben und ihr noch ein bisschen Freude gebracht haben.
Wartezeit
Beim letzten Besuch hat uns die Betreuerin erzählt, dass die Bewohner sich bereits um 14.00 Uhr im Stuhlkreis einfanden (Anmerkung: Besuchsbeginn ist 16 Uhr). Sie mußte darauf hinweisen, dass es um 15.00 Uhr noch Kaffee gibt und alle bitte noch einmal in die Speisezimmer gehen sollten. Die Bewohner haben dann fix den Kaffee getrunken, Kuchen gegessen und sind ganz schnell wieder in den Stuhlkreis gegangen, damit die besten Plätze nicht weg sind.

1. Quartal 2013

erste Reaktionen
Seit einem Jahr besuchen wir nun schon ein Heim in dem eine Frau wohnt, die sich nicht mehr äußern kann und auch auf Grund von Spastiken nicht mehr greifen kann. Die einzigste Reaktion, die wir bisher immer bekamen, war ein herzhaftes Lachen, wenn der Hund auf ihren Schoss geklettert ist und sich das Leckerchen aus ihrer Hand genommen hat. Als wir jetzt das letzte Mal wieder da waren haben wir eine tolle Überraschung erlebt. Die Bewohnerin hat zum allerersten Mal ein "Danke" und "Komm her!" gesagt UND sie hat zum ersten Mal die Hand ausgestreckt und zugegriffen als ich ihr die Leckerchen gegeben habe.
sehr ängstliche Bewohnerin
In einem Heim gibt es eine Bewohnerin, die alle Therapiehilfsmittel aus Angst ablehnt. Als einer unserer Hunde das erste Mal zu Besuch in ihrem Zimmer war haben alle damit gerechnet, daß sie auch vor dem Hund Angst haben wird. Doch zu aller Überraschung lachte die Bewohnerin das allererste Mal von ganzem Herzen und hat sich sehr über den Besuch gefreut.
schlechte Laune
Es gibt einen Bewohnern, von dem die Mitarbeiter uns berichtet haben, daß er 6 Tage in der Woche eher schwierig im Umgang ist und sehr oft schlecht gelaunt ist. Doch an dem Tag, an dem die Hunde zu Besuch kommen ist er freundlich, aufgeschlossen und freut sich.
Wartezeit
Wenn unser Besuch bei den Bewohnern angekündigt wird, dann sitzen manche bereits nach dem Mittagessen vor dem Heimeingang und warten auf uns, aus Angst uns vielleicht zu verpassen

4. Quartal 2012

3 tolle Erlebnisse
Ich war ja mit meinem Hund letztens als Vertretung eingesprungen.
3 der Bewohner, die wir auf den Zimmern besucht haben, schienen auf den ersten Blick unsere Anwesenheit gar nicht mitzubekommen.
Die erste Frau lag in ihrem Bett und stöhnte die ganze Zeit. Als mein Hund zu ihr ins Bett ist und an ihrem Arm Leckerchen geschleckert hat wurde die Frau plötzlich leise, entspannte sich und lächelte ganz minimal.
Die 2. Frau schien uns auch nicht mehr zu registrieren, aber als ich mich dann bei ihr verabschiedet habe hat sie plötzlich den Kopf zu mir gedreht und genickt. Der Pfleger meinte, daß macht sie nur ganz ganz selten!
Die 3. Dame schien ebenfalls fest zu schlafen als wir kamen, aber als mein Hund an ihren Arm kam, fing sie nach einer Weile an, nach seinem Kopf zu greifen und ihn gezielt zu streicheln. Die Pflegekräfte meinten, daß sei ein riesen Erfolg bei ihr, da sie sonst kaum noch nach etwas gezielt greifen kann.
Mobilisierung
Wir sind diesmal mit auf die Zimmer gegangen und in Einem lag eine alte Frau, die schon (laut Pfleger) die letzten 2 Tage nicht aufgestanden war. Sie hat wohl auch bei dem schlechten Wetter einfach keine Lust, sich zu bewegen. Als mein Hund zu ihr ans Bett kam, hellte sich ihr Gesicht sofort auf und sie musste meinen Hund gleich streicheln und Leckerchen geben. Vorerst alles im Liegen. Sie selber konnte sich schwer verständigen aber wenn man genau hinhörte, konnte man erahnen, was sie meinte.
Sie erzählte dann meinem Hund, dass es ihr nicht so gut geht und das sie Kopfschmerzen hat. Ich habe den Hund dann ein paar Tricks machen lassen und irgendwann, wie selbstverständlich, setzt sich die Frau auf, zieht ihre Hausschuhe an und steht auf, um für den Hund Schokolade aus ihrem Schrank zu holen (die der Hund natürlich NICHT bekommen hat. ;) ). Aber das ganze ging so schnell und selbstverständlich. Wahnsinn.
Erwachen
Mein Hund und ich besuchen ja häufig auch bettlägerige Bewohner und wurden von unseren Betreuern auch einige Male zu sterbenden Personen mitgenommen. Etwas was mir immer sehr schwer fällt. Vor kurzem –so dachte ich- war es wieder so weit. Die Dame, die wir besuchten, schien schon sehr sehr weit weg zu sein. Die Betreuerin gab sich alle Mühe, sich bemerkbar zu machen, aber die Bewohnerin –obwohl wach- reagierte nicht. Schließlich rief sie laut: „Sehen Sie, wen ich mitgebracht habe…!“, nahm die Hand der Dame und legte sie auf den Kopf meines Hundes. Augenblicklich kam Leben in die Frau: „Ein Hund…?!?“ fragte sie und bemühte sich, ihren Kopf zu drehen. Ein Strahlen ging über ihr Gesicht. „Ein Hund…!“ sagte sie leise und streichelte den Hund mit zittrigen Händen. Als wir nach einiger Zeit wieder gingen, rief sie uns nach: „Bis zum nächsten Mal…!“
1. Schulbesuch
Die 5. Jahrgangsstufe eines Gymnasiums hatte 3 unserer Hunde für einen Projekttag zum Thema Hund eingeladen. Es war unser erster Besuch in einer Schule und wir waren schon mächtig gespannt.
Es kamen 4 Gruppen mit je ca. 17 Schülern zu uns. Wir haben den Kindern einiges über unsere Hunde und unsere Besuche in den Altenheimen erzählt. Danach haben wir die Gruppe aufgeteilt und die Kinder konnten mit den Hunden spielen, schmusen und füttern.
Einige Kinder hatten Anfangs Angst vor den großen Hunden. Aber nach einer Weile verloren die Kinder ihre Unsicherheit und haben mit ein wenig Überredungskunst sogar ganz mutig das erste Leckerchen gegeben. Danach waren sie kaum noch zu halten. Die Hunde haben Tricks gezeigt und mit den Kindern Ball gespielt.
Am Ende des Besuchs waren sowohl die Hunde als auch die Kinder glücklich und sehr müde.
Zum Schluss gab es noch ein Feedback von den Schülern. Neben den Besuchshunden waren ja auch Polizeihunde, Jagdhunde und Rettungshunde anwesend. Aber die Besuchshunde standen bei den Schülern ganz weit vorne auf der Beliebtheitsliste.
Nochmal vielen lieben Dank an die Schule für die Einladung und den tollen Besuch! Wir kommen sehr gerne im nächsten Jahr wieder.
Depression
In einem Heim ist ein sehr junger Mann, der durch einen Schlaganfall stark eingeschränkt und sehr depressiv ist. Der Hund hat es geschafft, dass er nach Monaten der Depression das erste mal wieder lachen konnte.
Hilfe bei Spasmen
Bei einem Besuch in einem Heim durfte ein Hund bei einer Dame mit Spasmen im Bett liegen. Die Betreuerin war mehr als begeistert als sie sah wie die Frau sich plötzlich entspannen konnte!
verbesserte Motorik
In einem Heim passt es vom Platz her recht gut, dass die Bewohner Spielzeuge werfen können. Bei einer Dame waren die Betreuer total erstaunt wie gut sie geworfen hat, denn normalerweise kann sie das kaum noch!
verbesserte Sprache
Bei einem Einsatz hatten wir eine Dame dabei, die sehr selten spricht und wenn meist auch undeutlich , als sie die Leine des Hundes hielt war bei ihr kein halten mehr und sie redete und redete und redet - fast die ganze Stunde an einem Stück

3. Quartal 2012

traurige Bewohnerin
In dem einen Heim ist eine Frau, die noch recht fit ist und fast immer bei unseren Besuchen da ist. An dem einen Tag wirkte sie sehr in sich gekehrt und traurig. Ich sprach eine Weile mit ihr und sie meinte, dass sie eigentlich gar nicht kommen wollte, weil es ihr nicht so gut ging. Während mein Hund eine Pause machte setzte ich mich zu ihr und habe noch ein bisschen mit ihr gesprochen. Als wir uns später verabschiedet haben griff sie meine Hand und meinte: "Vielen Danke! Das Gespräch vorhin hat mir sehr gut getan, ich fühle mich etwas besser."
blinde Bewohnerin
In einem Heim, lebt eine junge Frau, die sehr schwer behindert ist. Bei unseren ersten Besuchen hat sie weder gesprochen, noch irgendwelche Reaktionen gezeigt. Nach einigen Einsätzen mit meinem Hund, spricht die junge Frau wieder . Sie ist immer total auf den Hund fixiert. Nun ist es normal, dass ich bei unseren Besuchen eine Decke auf ihre Beine lege und mein Hund legt seine Pfötchen drauf. Wenn ich dann zu meinem Hund sage: " "Dicker" mach dich nicht zu schwer, sagt sie immer: "Du sollst nicht immer Dicker sagen". Alle Bewohner sind dann am lachen. Mein Hund ist immer sehr vorsichtig bei dieser Bewohnerin. Eines Tages sagte sie zu mir:" Ich glaube, der merkt, dass ich nicht sehen kann, darum ist er so vorsichtig mit mir." Ich war ziemlich geschockt, weil ich es nicht bemerkt habe.

2. Quartal 2012

Angehörige
Beim Sommerfest in einem Heim wurde ich mehrfach von Angehörigen angesprochen. Sie alle haben mir das gleiche erzählt: "Vielen Dank für ihre wundervolle Arbeit hier! Mein Vater/Mutter sprechen noch Tage später von ihrem Besuch und sind jedes mal vorher schon sehr aufgeregt!"

1. Quartal 2012

schwerst demente Bewohnerin
In einem Heim gab es eine Frau, die bereits so dement war, dass die nicht mehr ansprechbar war. Sie reagierte auch nicht mehr auf Berührungen. Die Pflegekräfte konnten nicht sagen, wie viel sie wirklich noch mitbekommt. Anfangs bemerkte sie uns auch nicht, aber irgendwann hat der Hund sie dann direkt angebellt. Es war wie ein Weckruf, denn sie erschreckte sich und fing an nach dem Hund zu fassen. Als sie sein Fell fühlte wurde sie plötzlich ganz aufgeregt und fing an zu erzählen und auf dem Stuhl vor Freude hin und her zu rutschen. Sie fand zwar nicht mehr die korrekten Worte, aber man verstand sie trotzdem irgendwie. Am Ende sang sie sogar. Ich bekam eine richtige Gänsehaut. Seitdem ist die Dame fast immer dabei und reagiert generell wieder viel mehr.
 

Zum Seitenanfang ^